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Hoffnung in einer Beziehungskrise

Beziehungen geben uns im Leben Halt und Geborgenheit. Schlittert unsere Beziehung in eine Krise kann es uns emotional den Boden unter den Füßen wegziehen und in ein tiefes Loch stürzen. Gerade weil wir unseren Partner so lieben verletzen uns die Kränkungen und Beschimpfungen vom Gegenüber enorm tief.

Manchmal erreichen Paare einen Punkt an dem die Wunden durch die zahlreichen Auseinandersetzungen und Eskalationen zu tief sind um eine konstruktive Basis durch Kommunikation und Mitteilen zu schaffen. Ist dieser Punkt erreicht befindet sich die Beziehung in einer Krise und benötigt dringend Unterstützung. Hier ist es oft hilfreich sich jemand außerhalb der Beziehung anzuvertrauen.

Schon ein einfaches Gespräch mit einem guten Freund oder Verwandten kann dazu verhelfen eine andere Perspektive zu bekommen. Wichtig ist dabei allerdings, dass sich das Gegenüber darauf einlassen möchte und gut zuhört. Tipps oder Lösungsvorschläge sind mitten in einer Krise oft nicht hilfreich und können dem Betroffen noch weiter verzweifeln lassen – vor allem wenn man die gut gemeinten Ratschläge bereits ohne Erfolg umgesetzt hat.

Im weiteren Verlauf sollte man auch für sich klären ob man noch Hoffnung hat und was der eigene Beitrag zu dieser Krise ist. Natürlich ist es verführerisch leicht dem Partner die Schuld zuzuweisen, allerdings sind an einer Beziehungskrise immer zwei Menschen beteiligt – das ist einfach Tatsache.

Wenn auch diese Schritte die Krise nicht besänftigen, empfiehlt es sich professionelle Unterstützung heranzuziehen. Das kann in Form einer Psychotherapie stattfinden, denn oft liegen die Wurzeln des Problems tiefer vergraben. Paartherapie bringt vor allem kurzfristig eine Entlastung und kann die Krise vorübergehend abkühlen. Im weiteren Verlauf empfiehlt es sich mit einer Einzeltherapie sich die vielen zerbrochenen Scherben näher anzuschauen und behutsam aufzusammeln um diese wieder zusammenzusetzen.

Kommunikation kann Beziehungskrisen vorbeugen

Man stelle sich folgendes Szenario vor: Ein Päarchen sitzt gemeinsam im Auto, die Frau ist am Steuer und der Mann sitzt am Beifahrersitz. Das Auto hält vor einer roten Ampel, plötzlich schaltet diese um auf grün, doch die Frau fährt nicht los. Woraufhin der Mann sagt:

„Die Ampel ist grün“

Dieser harmlos wirkende Satz trägt viele Aussagen in sich, denn unser emotionales Ohr hört den Mann sagen „Die Ampel ist grün, warum fährst du nicht los?“. So wird der Satz also als Kritik (am Fahrkönnen, der Aufmerksamkeit, etc.) verstanden. Diese Vorwurf „warum fährst du nicht“ kann dazu führen dass wir das Bedürfnis bekommen uns zu schützen.

„Die Ampel ist grün“ zeigt also wie schnell eine Aussage sein Gegenüber verletzen kann. Ist die Stimmung in einer Beziehung bereits angespannt, führen solche „Kleinigkeiten“ oft zu einer Eskalation die eine eigene Dynamik entwickelt und sich wie eine Spirale immer weiter in die Höhe schraubt. Kommt diese Spirale, bzw. Beziehungsdynamik in Fahrt ist es schwer diese aufzuhalten.

Hier hilft oft ein Schritt zurück um wieder die nötige Distanz zur Partnerin oder zum Partner zu bekommen. Eine einfache Antwort auf „die Ampel ist grün“ kann also wie folgt lauten:

„Was willst du mir damit sagen?“

Dieser Satz gibt dem Partner die Möglichkeit sein Bedürfnis möglichst offen und wertfrei mitzuteilen – und seine Bedürfnisse mit dem Partner zu teilen ist einer der Schlüssel für eine funktionierende Beziehung.